Deutsche Atom-Endlagersuche an der Landesgrenze: SPÖ fordert sofortige Einbindung Oberösterreichs
Landeshauptmann muss rasch Dialog mit den zuständigen Stellen suchen und OÖ-Interessen absichern
SPÖ-Antlinger
Die Debatte um die Suche nach einem deutschen Atommüll-Endlager – möglicherweise in Niederbayern im grenznahen Bayrischen Wald – schlägt hohe Wellen. SPÖ-Energie- und Umweltsprecher LAbg. Thomas Antlinger kritisiert die fehlende Einbindung der Nachbarregionen scharf: „Ein Atommüll-Endlager in unserer unmittelbaren Nachbarschaft hat unbestritten Auswirkungen auf Oberösterreich, denn Strahlung kennt keine Landesgrenzen. Dass hierbei klammheimlich und ohne frühzeitige Einbindung der oberösterreichischen Nachbarn vorgegangen wird, ist absolut inakzeptabel und ein Schlag ins Gesicht der oberösterreichischen Bevölkerung. Der Landeshauptmann ist jetzt gefordert, den Kontakt mit den zuständigen deutschen Stellen zu suchen und für eine rasche Einbindung heimischer Fachstellen und der lokalen Bevölkerung – grenzüberschreitend – zu sorgen“. Insbesondere die geologischen Risiken des regionalen Granitgesteins bereiten Antlinger große Sorgen.
Bei Strahlungssicherheit dürfen keine Fragezeichen bleiben
Bei hochradioaktivem Atommüll, der über Hunderttausende Jahre sicher eingeschlossen werden muss, darf es für Antlinger keine Kompromisse geben: „Besorgniserregend ist die offensichtliche Aushöhlung der geologischen Standards. Der dortige Granit wurde noch im Jahr 2007 aufgrund seiner Zerklüftung als Ausschlusskriterium gewertet. Nun sollte das nicht mehr gelten und es werden bloße Behälter-Dichtheiten als ausreichend gewertet. Daher ist eine unabhängige geologische und hydrologische Prüfung so wichtig, auf die Oberösterreich bestehen muss“.
Energie Autarkie einziges tragfähiges Gegenmodell zur Atomlobby
Für Antlinger ist diese Debatte ein Weckruf an die schwarzblaue Koalition im Land, beim Ausbau der erneuerbaren Energieträger wie Wind und Sonne endlich substanziell voranzukommen: „Landesrat Achleitner und seine blauen Koalitionspartner verschleppten die Enegriewende bereits um Jahrzehnte. Wer keine weiteren Endlager und mit dem Atomzeitalter abschließen will, muss mit vollem Einsatz auf Hybridkraftwerke, also Erneuerbare und industrielle Großspeicher setzen. Ansonsten bleiben auch wir von Importen bei den Lastspitzen abhängig und zahlen im Endeffekt mitunter auf das Konto der Atomlobby ein“, so Antlinger abschließend.