Pflege: Dörfel plant an den betroffenen Menschen vorbei und belastet Frauen
Keine neuen Langzeitpflegeplätze und steigender Demenz-Anteil gehen nicht zusammen
SPÖ-Pflegesprecherin Knauseder
Für SPÖ-Pflegesprecherin Gabriele Knauseder gehen die Pläne von Landesrat Chritsian Dörfel in Sachen „Betreuungsarchitektur 2040“ an der Realität der Demographie und den tatsächlichen Herausforderungen vorbei: „Der Landesrat hält offenbar zusätzliche Langzeitpflegeplätze für überflüssig und will mit dem Bestand auskommen. Das mag am Papier hübsch klingen und wäre fürs Budget günstig, trifft aber die Realität nicht. Aus seiner eigenen Anfragebeantwortung wissen wir, dass mittlerweile 53,7 Prozent der Heimbewohner:innen an Demenz erkrankt sind. Für Menschen mit fortgeschrittener Demenz braucht es Langzeitpflegeplätze in Heimen – und genau die fehlen in Dörfels Planung komplett. Wer die künftigen Schwerpunkte der Pflege- und Altenbetreuung skizziert und dabei die wachsende Gruppe der Betroffenen einfach ausblendet, plant vergeblich“.
Ehrenamt ist kein Ersatz für fehlende Pflegeplätze
Die im Konzept vorgesehenen „Sorgende Gemeinschaften“ könnten laut Knauseder nur ein Baustein sein, aber keinesfalls die Lösung: „Diese Gemeinschaften beruhen auf Freiwilligenarbeit. Man kann und darf die Ehrenamtlichen nicht überfordern, denn die Bedarfe steigen mit der Demographie stetig weiter. Wer glaubt, den wachsenden Pflegebedarf allein mit Freiwilligen abdecken zu können, verkennt sowohl die Belastung für diese Menschen als auch die Dimension des Problems. Denn was ist, wenn es den Ehrenamtlichen zu viel wird und diese aussteigen?“
Pflege darf nicht mehr alleine auf dem Rücken der Frauen lasten
„Der Großteil der unbezahlten Pflege- und Sorgearbeit wird nach wie vor von weiblichen Angehörigen getragen. Eine Strategie mit dem Titel ‚2040′ muss diese Schieflage endlich beenden, statt sie zu verschärfen. Die Pflege der Zukunft kann und darf nicht noch mehr auf dem Rücken der Frauen lasten, wenn nun auch Ehrenamtliche hinzugezogen werden“, so Knauseder abschließend.