Wiedereingliederungsteilzeit: SPÖ fordert gesetzliche Verankerung für Landes- und Gemeindebedienstete
Auch in Oberösterreich soll ein geordneter Wiedereinstieg nach langem Krankenstand möglich sein
SPÖ-Höglinger
Die SPÖ brachte im Oö. Landtag einen Antrag ein, mit dem die Wiedereingliederungsteilzeit auch im Oö. Landes- und Gemeindedienstrecht gesetzlich verankert werden soll, dieser wird morgen, Donnerstag, das erste Mal diskutiert. In der Privatwirtschaft ist das Instrument seit Jahren etabliert. Nach einem mindestens sechswöchigen Krankenstand können Beschäftigte ihre Arbeitszeit befristet um 25 bis 50 Prozent reduzieren und dabei Wiedereingliederungsgeld der Krankenversicherung beziehen. Für Landes- und Gemeindebedienstete fehlt eine vergleichbare Regelung bislang. „Nach einer schweren Erkrankung entscheidet oft eine schrittweise Rückkehr darüber, ob jemand dauerhaft gesund bleibt oder rückfällig wird. Diese Chance darf man unseren Bediensteten nicht länger verwehren“, so SPÖ-Landtagsabgeordneter und ehemaliger Personaler Tobias Höglinger.
An andere Bundesländer anpassen
Mehrere Bundesländer haben die Wiedereingliederungsteilzeit bereits im Gemeindedienstrecht verankert. Niederösterreich hat mit dem NÖ Gemeinde-Bedienstetengesetz 2025 eine Regelung geschaffen, z.B. auch Vorarlberg, Tirol und Salzburg kennen entsprechende Bestimmungen. „Wenn das dort möglich ist, gibt es keinen Grund, warum Oberösterreich sich nicht anpasst“, so Höglinger. Zudem zeigt sich die Kranken- und Unfallfürsorge für oö. Gemeindebedienstete (KFG) bereit, eine passende Leistung vorzusehen.
Wer sind die betroffenen Personen?
Die häufigsten Ursachen für Langzeitkrankenstände sind psychische Erkrankungen, Verletzungen sowie Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems. Darüber hinaus haben sich infolge der COVID-19-Pandemie Fälle postakuter Infektionssyndrome gehäuft, die häufig mit langwierigen gesundheitlichen Einschränkungen und einem stufenweisen Wiedereinstieg in das Berufsleben verbunden sind.
SPÖ pocht auf rasche Umsetzung
Höglinger appelliert an ÖVP und FPÖ, dem Antrag zuzustimmen: „Die Wiedereingliederungsteilzeit ist ein modernes Instrument des Gesundheitsschutzes und einer nachhaltigen Personalpolitik. Sie hilft Beschäftigten nach schweren Erkrankungen, entlastet Dienststellen durch planbare Rückkehrprozesse und hält qualifizierte Mitarbeiter:innen im öffentlichen Dienst. Es wird höchste Zeit, dass Oberösterreich hier nachzieht.“