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Ordnen statt spalten: Erstversorgungsambulanzen statt Wahlarztordinationen

11. September 2026

Ordnen statt spalten: Erstversorgungsambulanzen statt Wahlarztordinationen

Schwarzblauer Modellstreit schadet Oberösterreichs Gesundheitsversorgung

SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder

LH-Stv. Manfred Haimbuchner hat gestern einen kuriosen Vorstoß zur Entlastung der Krankenhäuser präsentiert: Wahlarztordinationen sollen die Krankenhäuser entlasten. Dabei gäbe es längst eine Lösung, die anderswo bereits funktioniert – nur eben nicht von ihm. „Haimbuchner sollte sich lieber um seine eigenen Hausaufgaben kümmern. Im Wohnbau gibt es angesichts steigender Wohnkosten mehr als genug zu tun. Aber auch dort hat er auf steigende Mieten bisher nur einen Rat: Wer sich das nicht mehr leisten kann, soll sich halt Eigentum schaffen. Das erinnert stark an das alte Zitat ‚Wenn sie kein Brot haben, sollen sie halt Kuchen essen‘“, so SPÖ-Gesundheitssprecher Binder.

SPÖ hat bereits vor einem Jahr eine Lösung präsentiert

„Wer öffentliche Leistungen weiter in Richtung Wahlarztpraxen verschiebt, schwächt das öffentliche Gesundheitssystem und damit die Leistbarkeit für alle. Die Gesundheit der Menschen ist zu wichtig, als sie Haimbuchners ideologischen Nebelgranaten auszusetzen. Wer die Krankenhäuser wirklich entlasten will, muss ordnen statt spalten.“ Bereits im September 2025, also vor genau einem Jahr, hat die SPÖ im Landtag Erstversorgungsambulanzen vor den Krankenhäusern beantragt, wie sie in Wien schon erfolgreich laufen. Der Antrag wurde jedoch in einen Unterausschuss verfrachtet, in dem er bis heute liegt. Mitverantwortlich dafür ist auch die FPÖ, die dem Antrag damals nicht zugestimmt hat. „Statt eine bereits erprobte und bereits fix vorgelegte Lösung endlich umzusetzen, wird nun mit den Wahlarztordinationen ein Weg vorgeschlagen, der die Privatisierung des Gesundheitswesens vorantreibt und die Spaltung in Zwei- und Mehr-Klassen-Medizin verschärft“, so Binder.

Koalitionsmodell vs. Haimbuchner Modell

Wie richtig der SPÖ-Ansatz ist, zeigt sich sogar am Linzer Kepler Universitätsklinikum selbst. Dort wurden zusätzliche Räumlichkeiten für allgemeinmedizinisch behandelbare Fälle geschaffen. Die schwarz-blaue Landesregierung lässt also selbst ein Pilotprojekt zu, das dem SPÖ-Vorschlag ähnelt. „Das macht Haimbuchners Vorschlag noch unverständlicher. Statt das begonnene Prinzip endlich richtig und flächendeckend umzusetzen, springt die FPÖ jetzt auf einen anderen Ansatz mit verborgenen Nachteilen für die Menschen um“, so Binder.

Erstversorgungsambulanzen für OÖ

Das Wiener EVA-System zeigt bereits Erfolge: verkürzte Wartezeiten, entlastete Spitalsambulanzen, gestärkte niedergelassene Ärzt:innen zu Randzeiten und optimierte Steuerung der Patient:innenströme. „Basierend auf diesen positiven Erfahrungen wollten und wollen wir immer noch mit einem angepassten Modell die regionale Gesundheitsversorgung nachhaltig verbessern und insbesondere Notfall- sowie Fachambulanzen entlasten“, so Binder abschließend.

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