Demografie fordert weitere Taten: Pflegende Angehörige richtig entlasten
Pflege daheim ist wichtig, darf aber kein Vorwand zum Sparen bei anderen Pflegeformen sein
SPÖ-Sozialsprecherin Engleitner-Neu
Als Reaktion auf die heutige Pressekonferenz von Landesrat Dörfel fordert SPÖ-Sozialsprecherin Sabine Engleitner-Neu einen raschen Ausbau der Betreuungsinfrastruktur, allen voran bei den mobilen Diensten, die das Rückgrat der häuslichen Pflege bilden. Eine Studie aus 2025 belegt eindringlich, warum so viele Menschen, insbesondere Frauen, in Teilzeit arbeiten. Sie reduzieren ihre Arbeitszeit, weil sie pflegebedürftige Angehörige versorgen müssen. Fast neun von zehn Pflegebedürftigen in Oberösterreich werden daheim betreut, häufig ohne ausreichende Unterstützung von außen. Um zu verhindern, dass Angehörige ungewollt aus dem Beruf gedrängt werden, braucht es zielgerichtete Begleitmaßnahmen und verbindliche Kriterien für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf.
Lücke im Netz der mobilen Betreuung
Bei den mobilen Diensten zeigt sich in Oberösterreich seit Längerem ein großer Nachholbedarf. „In insgesamt fünf Bezirken herrscht laut der Bedarfsplanung des Landes eine eklatante Mangelversorgung. Anstatt das Angebot demografisch anzupassen, ist in den letzten Jahren sogar eine rückläufige Tendenz erkennbar. Landesrat Dörfel muss die Gründe für diese Entwicklung offenlegen und rasch gegensteuern, um die pflegenden Angehörigen vor der Überlastung zu schützen“, betont die SPÖ-Sozialsprecherin.
Stationäre Pflege bleibt ein unverzichtbarer Pfeiler
„Dass die Pflege zu Hause so wichtig ist, nehme ich zum Anlass, um LR Dörfel daran zu erinnern, dass auch die Pflege in Heimen einen unverzichtbaren Pfeiler darstellt. Aufgrund der demografischen Entwicklung werden künftig mehr stationäre Plätze gebraucht, denn keineswegs jeder Mensch hat den Wunsch, zu Hause gepflegt zu werden – was bei vielen gesundheitlichen Indikationen auch vollkommen verständlich ist. Häusliche Pflege darf keinesfalls als Vorwand dienen, um bei Heimplätzen zu sparen“, so Engleitner-Neu abschließend.