Psychiatrie-Schließung in Braunau: SP-Knauseder fordert Plan gegen Unterversorgung des Innviertels
Psychisch Erkrankte brauchen Nähe, nicht lange Wege
LAbg. Gabriele Knauseder
Das Innviertel ist einmal mehr Sorgenkind der Gesundheitsversorgung. Neben dem seit langem überdurchschnittlichen Fachärztemangel weist die in Landesverantwortung liegende Krankenhausversorgung immer wieder Lücken auf. Aktuell kommt die vorübergehende Schließung einer psychiatrischen Station im Krankenhaus Braunau hinzu. Bereits im Vorjahr musste die Psychiatrie in Braunau zeitweise auf Notversorgung umstellen. „Krankenhausversorgung und niedergelassene ärztliche Versorgung sind zwei Seiten derselben Medaille. Ist die eine Seite geschwächt, gerät zwangsläufig auch die andere in Not. Wir haben im Bezirk Braunau die schlechteste Ärztedichte in ganz Oberösterreich, dass unser Krankenhaus dadurch noch stärker unter Druck steht, ist die logische Folge.“
Innviertler:innen müssen sich Not-Lösungen fügen
SPÖ-Landtagsabgeordnete Gabriele Knauseder weist auf das Muster hin: „Ob Herzkatheter oder Psychiatrie – im Innviertel heißt es immer wieder warten oder ausweichen.“ Für Patient:innen aus Schärding und Ried bedeuten die längeren Anfahrtswege nach Wels bzw. Linz eine zusätzliche Belastung, gerade bei psychiatrischen Erkrankungen, wo Nähe und Vertrautheit besonders wichtig sind.
Zu wenig Ausbildungsplätze
Auch SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder sieht darin ein Versäumnis der schwarz-blauen Gesundheitspolitik im Land. Es mangelt an Ausbildungsplätzen. „Wo soll dann da der ärztliche Nachwuchs herkommen?“, fragt Binder. Der falsche Weg beim vermeintlichen Sparen im System führt dazu, dass in der Psychiatrie nicht die möglichen Ausbildungsplätze angeboten, sondern nur Dienstpostenpläne erfüllt werden. „Diese werden nur dem budgetären Wunschdenken des LH, aber nicht dem Bedarf der Bevölkerung gerecht“, erläutert Binder.
SPÖ hat ein Konzept des Berufsverbands ÖBVP in den Landtag gebracht – von Schwarz-Blau abgelehnt
„Unehrlich sind zudem die Aussagen des Gesundheitsressorts zur stärkeren Einbindung nicht-ärztlicher Berufsgruppen“, klärt Binder auf. Die gemeinsam mit dem Berufsverband ÖBVP vorgelegte psychotherapeutische Sprechstunde hätte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit geholfen und die Spitalspsychiatrie entlastet. Von Schwarz-Blau wurde das aber mit fadenscheiniger Begründung in der ersten Sitzung dazu im Mai abgelehnt. Knauseder fordert von Gesundheitslandesrätin Haberlander nicht nur eine Ankündigung zur Wiedereröffnung im Jänner 2027, sondern einen echten Plan, wie Fachärztestellen im Innviertel künftig besetzt werden.