24/7-Hubschrauber in Suben ersetzt keinen Herzkatheter
Gesundheitsreferentin Haberlander muss endlich die strukturelle medizinische Unterversorgung des Innviertels angehen
SPÖ-LAbg. Gabriele Knauseder
Zur gestrigen Aussendung von Gesundheitsreferentin Haberlander über den baldigen Start des Nachtflugbetriebs von „Christophorus Europa 3“ stellt SPÖ-Landtagsabgeordnete Gabriele Knauseder klar: „Ich begrüße den überfälligen Schritt einer ganztägigen Hubschrauberversorgung für die Region selbstverständlich. Jedoch stellt dieser ergänzende zeitliche Lückenschluss bei den Notfallkapazitäten keine Alternative zu einer umfassenden medizinischen Versorgung im Innviertel selbst dar. Das Innviertel ist bei den Ärzt:innenstellen massiv unterversorgt, die Erreichbarkeit medizinischer Versorgung ist bei uns weit hinter den Möglichkeiten anderer Teile Oberösterreichs. Hier kommt Haberlander nicht umhin, für eine ausreichende Basisversorgung zu sorgen. Jubelmeldungen zur medizinischen Versorgung sind daher noch verfrüht“. In dem Zusammenhang hebt Knauseder einmal mehr das offene Thema einer Herzkatheterversorgung für die Region am Standort Krankenhaus Braunau hervor, wofür sie 13.000 Unterschriften aus der Region an Haberlander übergeben hat.
Kurze Transportwege schaffen Sicherheit und retten Leben
Da medizinische Notfälle wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle keine Öffnungszeiten kennen, sieht Knauseder in der Jubelmeldung des Gesundheitsressorts den Versuch, von den Defiziten der regionalen Akutmedizin abzulenken: „Es darf kein Ausspielen einer nachtflugtauglichen Helikopterlösung mit dem Herzkatheter geben. Eines hat mit dem anderen nur bedingt zu tun. Unsere Region braucht beides, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein und bei Notfällen alle Optionen und die raschesten Wege für die Patient.innen bieten zu können“. Die SPÖ-Politikerin verweist abschließend auf Dänemark, das bereits vor über einem Jahrzehnt eine flächendeckende 24-Stunden-Flugrettung gesetzlich verankert hat.