Machtpolitische Rektorbestellung gefährdet Zukunft der Bruckner Universität
Landeshauptmann Stelzer stellt nicht-wissenschaftliche Interessen über das Wohl der Uni
SPÖ Heitz
Der parteipolitisch besetzte Universitätsrat unter Vorsitz von Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) hat den bisherigen Rektor der Bruckneruni trotz ausdrücklicher Ablehnung durch den Universitätssenat für weitere fünf Jahre bestätigt.
Bereits in einer mündlichen Anfrage im Landtag vergangene Woche wurde deutlich, dass Stelzer die bekannten Probleme an der Anton Bruckner Privatuniversität konsequent ignoriert. Selbst klare Hinweise aus der unabhängigen Presse blieben ohne Reaktion. „Das einzige Gremium, in dem Stelzer nicht sitzt, der Universitätssenat, hält Rummel von den vorgeschlagenen Bewerber:innen für am wenigsten geeignet. Dennoch wurde über den Senat hinweg über Rummel als Erstgereihter abgestimmt, obwohl der Senat die Uni am besten kennt. Als Personalreferent des Landes Oberösterreich müsste Stelzer wissen, dass ein solches Vorgehen unprofessionell ist und den Interessen der Universität schadet. Die große Frage ist also: Welche Interessen verfolgt Stelzer? Er muss sich dazu öffentlich erklären, denn es geht um die Zukunft einer der bedeutendsten Kulturinstitutionen des Landes“, stellt Landtagsabgeordnete Renate Heitz klar.
Letzte Taten zur Wiederbestellung
Die SPÖ fordert Stelzer auf, seiner Verantwortung als Kulturreferent gerecht zu werden und das Interesse der Wissenschaft über machtpolitische Erwägungen zu stellen. „Die Entscheidung für Rummel ist eine Entscheidung, die zwar der Universitätsrat getroffen hat, aber mit der jetzt die Mitarbeitenden an der Bruckneruni leben müssen. Da der Senat die Meinung dieser Gruppe vertritt und deren Präferenz klar gegen Rummel ausgefallen ist, habe ich gegen den amtierenden Rektor gestimmt, um die Hochschulgemeinschaft zu unterstützen. Im Anschluss an die Sitzung machte Stelzer außerdem gleich die Wiederbestellung publik, bevor die Landesregierung diese am Montag noch offiziell beschließen konnte. Das zeigt einmal mehr sein machtpolitisches Vorgehen“, so Heitz abschließend.