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Klares Bekenntnis zur gewaltfreien Erziehung

Die Oö. Landesregierung wird aufgefordert, das Bewusstsein für Kinderrechte, insbesondere für den Schutz von Kindern vor Gewalt, zu stärken und zu diesem Zweck rund um den Internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November 2026 eine oberösterreichweite Kampagne zu gewaltfreier Erziehung und Pädagogik durchzuführen, an der sich alle Mitglieder der Oö. Landesregierung beteiligen.

Begründung

Jedes Kind hat das Recht, frei von Angst, Zwang und Gewalt aufzuwachsen. Österreich hat bereits 1989 als eines der ersten Länder Europas Gewalt in der Erziehung gesetzlich verboten. Im selben Jahr wurde von den Vereinten Nationen die Konvention über die Rechte des Kindes beschlossen, die dem Schutz, der Förderung und der Beteiligung von Kindern einen besonderen Stellenwert einräumt. Der Internationale Tag der Kinderrechte erinnert jährlich am 20. November an diese grundlegenden Rechte und an die gemeinsame Verantwortung von Politik und Gesellschaft, deren Verwirklichung sicherzustellen.

Wenn ein Spitzenpolitiker bei einer Großveranstaltung in Oberösterreich körperliche Gewalt gegenüber Kindern durch Worte und Gesten nostalgisch verklärt und damit bewusst verharmlost, darf dies nicht unwidersprochen bleiben. Denn Gewalt ist kein Erziehungsmittel. Sie hinterlässt nicht nur körperliche, sondern oftmals auch langfristige psychische Spuren. Mit solchen Äußerungen wird zugleich ein Bild von Schule, Erziehung und Pädagogik gezeichnet, das weder der pädagogischen Realität noch dem Selbstverständnis unseres Bundeslandes entspricht. Die oberösterreichischen Pädagog:innen begleiten junge Menschen täglich mit Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein und Respekt. Sie unterstützen junge Menschen dabei, selbstbewusste, verantwortungsvolle und sozial kompetente Erwachsene zu werden. Darüber hinaus verfügt Oberösterreich über ein starkes Netzwerk an Familienberatungs stellen, Kinderschutzeinrichtungen sowie der Kinder- und Jugendanwaltschaft, die Kinder, Jugendliche und Familien mit professionellen und niederschwelligen Angeboten begleiten.

Das Land Oberösterreich ist vor diesem Hintergrund gefordert, ein klares Signal zu setzen: Gewalt ist kein Erziehungsmittel und hat weder im familiären Umfeld noch in Bildungseinrichtungen Platz. Eine landesweite Kampagne für gewaltfreie Erziehung und Pädagogik, getragen von sämtlichen Mitgliedern der Oö. Landesregierung, soll das Bewusstsein für Kinderrechte stärken, bestehende Unterstützungsangebote bekannt machen und das klare Bekenntnis Oberösterreichs zu einer Erziehungskultur, die auf Respekt, Wertschätzung und Gewaltfreiheit beruht, unterstreichen.

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