Die Betreuungsarchitektur 2040 gibt unseren Großeltern zu wenig Sicherheit
Jetzt müssen auf die Architektur auch die Fundamente folgen
SPÖ-Pflegesprecherin Knauseder
Viele ältere Menschen in Oberösterreich und ihre Angehörigen fragen sich, wie Pflege und Betreuung in Zukunft aussehen wird und ob sie sich darauf verlassen können. Auch die vielen engagierten Menschen, die täglich in der Pflege arbeiten, verdienen Planungssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen. Die Betreuungsarchitektur 2040 ist ein erster Schritt, gibt aber auf viele dieser Fragen noch nicht die ausreichende Antwort. „Die Überschriften klingen gut und die Richtung stimmt. Doch damit die Gemeinden die Betreuungsarchitektur auch wirklich umsetzen können, brauchen sie konkrete Unterstützung“, so SPÖ-Pflegesprecherin Gabriele Knauseder. „Positiv ist immerhin die Einbindung von Städte- und Gemeindebund. Damit gute Ideen auch ankommen, braucht es aber mehr als einen Baukasten“, betont die SPÖ-Pflegesprecherin weiter.
Bedarfsplanung fehlt seit Jahren
Bereits im Herbst 2025 hat SPÖ-Pflegesprecherin Gabriele Knauseder gewarnt: „Dieses Projekt, mit dem sich Dörfel gerne schmückt, droht zum Blindgänger zu werden, wenn den Gemeinden keine entsprechende Finanzierung zur Umsetzung zur Verfügung gestellt wird.“ Konkrete Budgetzahlen oder messbare Ziele gibt es bisher nicht. Stattdessen wird „Eigenverantwortung“ betont, ein Begriff, der in der Sozialpolitik oft eines bedeutet: weniger Staat, mehr Kosten für die Einzelnen, mehr unbezahlte Care-Arbeit für Frauen.
Knauseder sieht es als Versäumnis, dass das Papier zwar anerkennt, dass steigende Erwerbstätigkeit von Frauen die familiäre Pflege zunehmend einschränkt, daraus aber keine strukturellen Konsequenzen zieht. „Sorgende Gemeinschaften und Ehrenamt klingen gut, werden in der Praxis aber wieder hauptsächlich auf dem Rücken von Frauen ausgetragen.“
Die Bedarfs- und Entwicklungsplanung wird seit Jahren verzögert und soll erst heuer erfolgen. Angesichts der demografischen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte brauchen die Gemeinden mehr. „Damit Pflege und Betreuung in Oberösterreich wirklich für alle verlässlich funktioniert, braucht es klare Strukturen, ausreichende Mittel und eine Planung, die mit der Realität Schritt hält“, so Knauseder.
„Der zuständige Unterausschuss tagt erst jetzt, nachdem die Betreuungsarchitektur 2040 bereits den Medien präsentiert wurde. Ein Thema von dieser Bedeutung für die Menschen in Oberösterreich hätte zuerst im Landtag diskutiert gehört. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass Pflege und Betreuung die politische Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen“, so Knauseder abschließend.