Benachteiligte Gruppen am Arbeitsmarkt: Schwarz-Blau schaut weg
Wer nur auf die Gesamtquote schaut, aber Frauen und Lehrlinge vergisst, betreibt keine Arbeitsmarktpolitik
SPÖ-Schaller
Der oberösterreichische Arbeitsmarkt präsentiert sich im April 2026 auf den ersten Blick stabil. Doch wer genauer hinsieht, erkennt: Der Aufschwung ist kein Aufschwung für alle. Während die Arbeitslosigkeit der Männer im April sinkt, steigt jene der Frauen gleichzeitig um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bereits in den letzten Monaten war dieser Trend erkennbar. Seither hat sich die Schere wieder weiter geöffnet. In absoluten Zahlen: 17.446 Frauen sind aktuell in Oberösterreich arbeitslos gemeldet. „Unser Arbeitsmarkt erholt sich. Aber das tut er somit auf dem Rücken der Frauen und weiteren Personengruppen, die es am Arbeitsmarkt besonders schwer haben. Branchen, in denen Frauen überproportional vertreten sind wie Handel, öffentlicher Dienst, sowie Soziales bauen Stellen ab oder bieten keine sicheren Perspektiven mehr. Auch bei der Langzeitarbeitslosigkeit liegt OÖ mit 19,9 Prozent noch weit über dem Österreich-Schnitt von 13,3 Prozent. Die schwarz-blaue Landeskoalition muss endlich die Augen gegenüber am Arbeitsmarkt benachteiligten Menschen öffnen“, kritisiert SPÖ-Arbeitsmarktsprecher Hans Karl Schaller.
Bildungskonto kaputtgespart – Haberlander ohne Antworten
Statt gegenzusteuern, hat LH-Stv.in Haberlander die Fördermöglichkeiten durch das Bildungskonto mit dem Jahreswechsel verschlechtert. Wie eine mündliche Anfrage an sie im letzten Landtag zeigte, fehlt ihr jede Perspektive für Frauen, die in besser bezahlte Branchen wechseln wollen. Ihr einziger Verweis dazu sind die Gehaltserhöhungen für Kindergartenmitarbeiterinnen vor einigen Jahren. „Das Bildungskonto wird kaputtgespart, während bei Wirtschaftsförderungen das Füllhorn ausgeschüttet wird. Das ist falsche Politik von Schwarz-Blau“, so Schaller.
Schwarz-Blau lässt Lehrlinge im Stich
Hinzu kommt der Lehrstellenmarkt, der auch im April keine Entwarnung gibt: 886 Lehrstellensuchende stehen 1.234 sofort verfügbaren offenen Lehrstellen gegenüber. Die Zahl der offenen Lehrstellen ist gegenüber dem Vorjahr um 17,8 Prozent eingebrochen, jene der Suchenden hingegen um 7,4 Prozent gestiegen. „Das Angebot schrumpft, die Nachfrage wächst und die Landespolitik schaut zu. Gerade zur Förderung der Lehrlinge haben wir stetig Anträge in den Landtag eingebracht, es ist unverständlich, warum diese unter Schwarz-Blau keinen Hauch von Unterstützung bekommen“, mahnt Schaller. „Die allgemeine Entwicklung am Arbeitsmarkt ist durchaus positiv. Die Landesregierung muss aber gezielte Maßnahmen setzen für eine aktive Arbeitsmarktpolitik, für faire Chancen für Frauen und Lehrlinge sowie für echte Unterstützung jener, die schon zu lange warten. Achleitner duckt sich hingegen bei allen Möglichkeiten zur Förderung von Gruppen mit besonderem Bedarf weg“, so Schaller abschließend.