Medizin-Basisausbildung in Oberösterreich sicherstellen
Die Oö. Landesregierung wird aufgefordert, auf die oberösterreichischen Spitalsträger dahingehend einzuwirken, dass ausreichend Plätze für die Basisausbildung für alle in Oberösterreich benötigten Mediziner:innen in den oberösterreichischen Fonds-Krankenanstalten zur Verfügung stehen und krankenanstalten-organisatorische Verzögerungen des Ausbildungsbeginns für Absolvent:innen des Studiums der Humanmedizin künftig weitgehend beseitigt werden.
Begründung
Seit der Neugestaltung der Ärzteausbildung im Jahr 2015 ist vorgesehen, dass Absolvent:innen des Studiums der Humanmedizin im Rahmen ihrer Ausbildung zur Fachärztin bzw. zum Facharzt oder zur/zum Allgemeinmediziner:in eine zumindest neunmonatige Basisausbildung in einer Krankenanstalt absolvieren.
In der Praxis zeigt sich jedoch zunehmend, dass es in Oberösterreich zu erheblichen Wartezeiten beim Einstieg in diese Basisausbildung kommt. So stehen in den oberösterreichischen Krankenanstalten laut Ärztekammer nicht einmal ausreichend Basisausbildungsplätze für die Medizinabsolvent:innen an der JKU zur Verfügung. Zudem herrscht unter den Betroffenen vielfach Unklarheit über die Kriterien zur Vergabe dieser Ausbildungsplätze.
Die dadurch verursachten Stehzeiten zwischen Studium und praktischer Ausbildung sind aus mehreren Gründen problematisch: Sie führen zu ineffizienten Abläufen im oberösterreichischen Gesundheitswesen, insbesondere vor dem Hintergrund eines bereits bestehenden Mangels an Kassenärzt:innen und personeller Engpässe in einzelnen Fachbereichen, die mitunter sogar zur Absage geplanter Operationen führen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass Absolvent:innen aufgrund der Wartezeiten in andere Bundesländer oder ins benachbarte Ausland abwandern.
Die Bereitstellung ausreichender Basisausbildungsplätze liegt im Verantwortungsbereich der Spitalsträger. Das Land Oberösterreich ist daher gefordert, im Rahmen seiner Steuerungsverantwortung auf die Spitalsträger einzuwirken, um eine bedarfsgerechte Anzahl an Ausbildungsplätzen sicherzustellen und organisatorisch bedingte Verzögerungen beim Ausbildungsbeginn künftig weitgehend zu vermeiden.