Schwarzblau sagt Nein zu fairer Lehrlingsausbildung
SPÖ kämpft im Landtag für Ausbildungsbetriebe und Lehrlinge
ÖVP und FPÖ haben im Landtag den SPÖ-Antrag für einen „Lehrlingsfonds für Oberösterreich“ abgelehnt – mit der Begründung, das wäre eine Belastung für die Wirtschaft. Eine seltsame Logik: Denn die eigentliche Belastung tragen längst jene Betriebe, die ausbilden. Gemeinsam mit den Sozialpartnern hätte ein Konzept für einen Ausbildungsfonds entstehen können, das Betriebe gezielt fördert, die Lehrlinge ausbilden.
Laut einer Studie des Österreichischen Instituts für Berufsbildungsforschung kostet eine dreijährige Lehre im Schnitt über 100.000 Euro. Wer das investiert, riskiert, die ausgebildete Fachkraft danach an die Konkurrenz zu verlieren – an Betriebe, die selbst nie einen Cent in Ausbildung gesteckt haben. „Das ist das eigentliche Problem: Wer nicht ausbildet, wird belohnt. Wer ausbildet, bleibt auf dem Risiko sitzen“, sagt SPÖ-Arbeitsmarktsprecher Hans Karl Schaller.
Fast 2.500 Jugendliche suchen derzeit in Oberösterreich eine Lehrstelle. Das ist ein Anstieg von 23,6 Prozent und österreichweiter Spitzenwert.
Schwarzblau nennt Gegenmaßnahmen eine Belastung. Schaller nennt es Verantwortung: „Hinter jeder dieser fast 2.500 Lehrstellensuchenden steckt ein junger Mensch mit einem Berufswunsch und einer Zukunft, die wir mitgestalten könnten. Heute hat die schwarzblaue Koalition entschieden, dass ihr das egal ist. Viele Betriebe mit hoher Lehrlingsausbildungsquote stehen nun weiterhin ohne Unterstützung da.“