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Start in die Lehre: Mehr Jugendliche auf Lehrstellen­suche als offene Ausbildungsplätze

1. September 2026

Start in die Lehre: Mehr Jugendliche auf Lehrstellen­suche als offene Ausbildungsplätze

Wer jetzt noch mit der Lehre beginnen will, hat es in OÖ schwerer als je zuvor.

SPÖ-LAbg. Schaller

Mit heute, 1. September, starten in Oberösterreich tausende Jugendliche in die Lehre. Die AMS-Daten für August 2026 zeigen, dass erstmals seit Monaten die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden (1.136) jene der sofort verfügbaren offenen Lehrstellen (1.109) übersteigt. „Die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellen ist im Jahresvergleich um 20,8 Prozent eingebrochen, während gleichzeitig um 10 Prozent mehr Jugendliche eine Lehrstelle suchen. Das ist eine Trendumkehr, die uns beschäftigen muss. Schwarz-Blau schaut seit Monaten zu, wie sich der Lehrstellenmarkt zulasten der Jugend dreht“, warnt SPÖ-Arbeitsmarktsprecher Hans Karl Schaller. Auch bei den Gesamtzahlen zeigt sich, dass erstmals im gesamten letzten Jahr mehr Frauen als Männer arbeitslos gemeldet sind.

Lehrstellenmarkt kippt seit Monaten

Der Trend zeichnete sich längst ab, aber im August hat sich die Schere nun erstmals ins Negative gedreht. „Das ist das Ergebnis einer Landespolitik, die bei der Lehrlingsförderung seit Jahren wegschaut. Unsere Anträge dazu wurden im Landtag wiederholt abgelehnt. Wir wollten sowohl den Lehrstellensuchenden als auch den Betrieben damit helfen“, so Schaller.

Auch der Gesamtarbeitsmarkt bleibt angespannt

Die Arbeitslosenquote liegt im August bei 5,3 Prozent (+0,2 Prozentpunkte). 39.324 Menschen sind arbeitslos gemeldet (+4,1 %), besonders betroffen sind Frauen (+7,3 % auf 19.810) und Langzeitbeschäftigungslose (+17,3 % auf 11.560).

Noch im Juni lagen fast 1.500 Männer mehr in der Arbeitslosenstatistik als Frauen. Zwei Monate später ist nun das Verhältnis gekippt. Es sind jetzt mehr Frauen als Männer arbeitslos gemeldet. „Das ist das Ergebnis von entscheidenden Entwicklungen gleichzeitig. In Branchen wie Handel, Büro und Gesundheit, wo überwiegend Frauen arbeiten, wird seit Monaten Personal abgebaut. Und weil Frauen wegen des steigenden Pensionsantrittsalters länger im Erwerbsleben bleiben müssen, bleiben auch ältere Frauen länger arbeitslos gemeldet, statt in Pension zu gehen. Diese beiden Effekte verstärken sich gerade gegenseitig“, erklärt Schaller. „Wenn Frauen erstmals die Mehrheit unter den Arbeitslosen stellen, darf die schwarz-blaue Landesregierung nicht länger zusehen. Wir brauchen eine echte Lehrlingsoffensive, gezielte Förderungen für Ausbildungsbetriebe, rasche Unterstützung für Jugendliche ohne Platz. Jedem Jugendlichen seine Ausbildung – jedem Jugendlichen seine Lehre! Und es braucht ein Maßnahmenpaket gegen die wachsende Frauenarbeitslosigkeit. Wir kennen die Probleme, es gibt Lösungen, setzen wir diese Maßnahmen gemeinsam“, appelliert Schaller an ÖVP und FPÖ.

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