Bilanz zum Schulschluss: Enormer Lehrkräftemangel und hohe Zahl an anstehenden Pensionierungen
Anfragebeantwortung belegt Mangelverwaltung im ÖVP-Bildungsressort
SP-Bildungssprecherin Margreiter
Anlässlich des Schulschlusses informierte LH-Stv.in Haberlander heute gemeinsam mit Bildungsdirektor Klampfer über das Schuljahr 2025/26 und versuchte einen Ausblick zu geben. In Wahrheit ist dieser überhaupt nicht rosig: Auch von letztem Jahr auf heuer ist der Personalmangel wieder gestiegen, es fehlen derzeit 321 Vollzeit-Lehrkräfte. Im nächsten Jahr sind außerdem auch wieder mehr Pensionsantritte absehbar. „Die Rechnung zeigt: Der Lehrkräftemangel wird weiter steigen. Es braucht endlich wirksame Lösungen: kostenlose Supervision, eine raschere Bewilligung von Planstellen für Schulassistenz und Sonderpädagogik sowie einen weiteren Ausbau des administrativen Personals. Wenn jetzt das Gehalt der Kindergartenpädagog:innen steigt, muss auch hier dringend weitergedacht werden: Volksschullehrer:innen dürfen nicht die am schlechtesten bezahlten Studienabgänger:innen bleiben. Sonst wird sich die Studienwahl noch weiter vom Lehramt wegverschieben.“
Haberlander auch im Umgang mit Pensionierungswelle Lösungen schuldig
Wie Margreiter zudem aus der Beantwortung ihrer alljährlichen Anfrage an die Bildungslandesrätin zur Personalentwicklung im Schulbereich (siehe Beilage 13551/2026) weiß, werden voraussichtlich alleine im kommenden Jahr 2026 weitere 358 Lehrkräfte in den Mangelfächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Physik, Chemie, Informatik und Sport in Pension gehen.
Darüber hinaus gingen laut Landesrechnungshof-Bericht (siehe IP Rechnungsabschluss 2025, S. 109) im Jahr 2025 trotz des bestehenden Lehrkräftemangels 8 von 10 Ruhebezugsempfänger:innen vorzeitig mit Abschlägen in Pension: Von den insgesamt 423 neuen Ruhebezugsempfänger:innen im Jahr 2025 gingen 327, vorzeitig mit Abschlägen in Pension, nur 65 davon, gingen regulär in Pension und der Rest trat aufgrund einer Dienstunfähigkeit die Pension an.
„Ich bin überzeugt, dass auch hier mehr administratives Stützpersonal entgegenwirken könnte. Das ist keine neue Erkenntnis: Bereits 2016 hat der Rechnungshof im Bericht ‚Landeslehrerpensionen‘ Personalmangel oder die Entlastung von administrativen Aufgaben als möglichen Hebel gegen Frühpensionierungen benannt und gleichzeitig kritisiert, dass den Ländern die Daten zu den tatsächlichen Krankheitsursachen fehlten, um überhaupt gezielt gegensteuern zu können. Dass neun Jahre später acht von zehn neuen Ruhebezugsempfänger:innen weiterhin vorzeitig mit Abschlägen in Pension gehen, zeigt: Haberlander hat sich offensichtlich noch nie dafür eingesetzt, dass sich dieser Umstand verbessert!“, so Margreiter abschließend.