Schwarz-Blau verhindert OÖ als Pilotregion für Psychotherapie
Schwarz-Blau scheitert einmal mehr, Bundesgelder für OÖ abzuholen
2.270 Euro oder 80.000 Euro – das ist der Kostenunterschied von Durchschnittskosten zwischen früher und später Intervention bei psychischen Erkrankungen. Psychische Erkrankungen führen in Oberösterreich außerdem zunehmend zu schwerwiegenden Folgen wie Gewalttaten. Fachleute sehen einen Zusammenhang mit mangelndem Zugang zu frühzeitiger Unterstützung. Diese Verhältnisse hat die SPÖ zum Anlass genommen tätig zu werden. Ein Konzept, das hier ansetzen soll, liegt bereits vor. Der Österreichische Bundesverband (ÖBVP) für Psychotherapie hat gemeinsam mit der ÖGK ein Modell entwickelt, das niederschwelligen Zugang zur Psychotherapie strukturiert ermöglichen würde: vom digitalen Erstkontakt über eine Sprechstunde bis zur passgenauen Weiterbehandlung. Stationäre Aufenthalte würden damit auf schwere Fälle reduziert.
Die FPÖ redet wieder einmal mit gespaltener Zunge
Die SPÖ hat daher einen Antrag eingebracht, der die Oö. Landesregierung auffordert, gemeinsam mit ÖGK und ÖBVP Oberösterreich zur Pilotregion für dieses Nahversorgungsmodell zu machen. Menschen in belastenden Situationen sollten damit binnen 14 Tagen Zugang zu einem Erstgespräch mit einem Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin erhalten. Der Antrag wurde heute erstmals im Gesundheitsausschuss behandelt und bedauerlicherweise von Schwarz-Blau gleich abgelehnt. „Wir reden seit Jahren über Reformen im psychischen Gesundheitsbereich. Oberösterreich hätte die Chance gehabt, Vorreiterin zu werden, mit einem Modell, das bereits von ÖGK und Gesundheit Österreich befürwortet wird. Ein Experte wäre für den nächsten Ausschuss zur Verfügung gestanden, der maßgeblich bei der Umsetzung unterstützen hätte können. Dieser wird aber leider nicht mehr stattfinden, weil Schwarz-Blau den Antrag abgelehnt hat. Das noch perfidere daran ist, dass die FPÖ auf Social Media mit dem Thema psychische Gesundheit wirbt“, zeigt sich SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder enttäuscht über die Vorgehensweise von ÖVP und FPÖ.
In Prävention investieren
„Frühe Intervention ist nicht nur menschlich geboten, sie ist auch wirtschaftlich klug. Eine zeitnahe Therapie kostet im Schnitt 2.270 Euro. Bei Chronifizierung können die Folgekosten auf über 80.000 Euro pro Fall ansteigen, ein Verhältnis von 1 zu 35. Eine große deutsche Studie belegt zudem, dass rechtzeitige Psychotherapie Krankenstände um 40 Prozent senkt“, so Binder. „Bereits LH-Stv. Haimbuchner ist am Abholen der Bundes-Wohnbaumillionen gescheitert. Es wird sich noch offenbaren, ob LH-Stv.in Haberlander mehr Bereitschaft zum Abholen von Bundes-Gesundheitsmillionen im Zukunftsfonds der ÖGK zeigt oder ob die heutige Ablehnung bereits das Gegenteil abzeichnet“, so Binder abschließend.