ME/CFS-Versorgung: SPÖ fordert eigene Sonderkrankenanstalt in Oberösterreich
Kinder-Reha Rohrbach-Berg könnte ideal zur ME/CFS-Hilfe verwendet werden.
SPÖ-Binder
ME/CFS wird laut Medienberichten nach wie vor selbst von Mediziner:innen oft unterschätzt. Im Moment wird die Gesellschaft durch Fälle sensibilisiert, in denen Betroffene den Leidensweg bis zur Sterbehilfe gehen. Auch der Rechnungshof hat erst vor ein paar Tagen die schlechte Versorgungslage bei ME/CFS bestätigt. „Oberösterreich versagt bei der Versorgung von geschätzt 15.000 ME/CFS-Kranken, während Salzburg, Steiermark und Burgenland bereits Behandlungszentren aufbauen“, kritisiert SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder. Die SPÖ hat deshalb gestern im Landtag einen Antrag eingebracht: Die defizitäre Kinder-Reha Rohrbach-Berg soll zu einer Sonderkrankenanstalt für ME/CFS-Betroffene umgebaut werden.
Post-COVID-Expertise soll genutzt werden
Die Corona-Pandemie hat die Zahl der Betroffenen dramatisch steigen lassen – ein bis zehn Prozent der COVID-Erkrankten entwickeln ME/CFS. „Tausende Oberösterreicher:innen sind schwer beeinträchtigt, oft bettlägerig und pflegebedürftig. Sie kämpfen um Anerkennung ihrer Erkrankung und finden keine adäquate medizinische Versorgung“, so Binder.
Die Kinder-Reha kokon, an der die OÖG zu 35% beteiligt ist, kämpft seit 2019 mit massiven Auslastungsproblemen und Defiziten. „Statt diese Einrichtung weiter nur am Leben zu erhalten, sollten wir sie sinnvoll nutzen. Die vorhandene Post-Covid-Expertise macht Rohrbach-Berg zum idealen Standort für Österreichs erstes ME/CFS-Kompetenzzentrum“, erklärt Binder. Parallel soll geprüft werden, wie die ebenso notwendigen Kinder-Reha-Plätze bestmöglich angeboten werden können.
Foto: Land OÖ