Stellenabbau belastet Lage am oö. Arbeitsmarkt
Die Zahlen zeigen: Oberösterreich braucht weiter gezielte Investitionen in Arbeitsplätze und Ausbildung.
SPÖ-Arbeitsmarktsprecher Schaller
Sinkende Stellenangebote und einbrechende Lehrstellenzahlen – diese Entwicklung auf dem oberösterreichischen Arbeitsmarkt ist besorgniserregend. Die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen Stellen ist um 11,8 Prozent auf nur noch 16.968 Stellen zurückgegangen. Das bedeutet: „Für Arbeitssuchende gibt es fast 12 Prozent weniger Beschäftigungsmöglichkeiten als noch vor einem Jahr. Diese Zahl zeigt deutlich: Die Aufnahmefähigkeit des oberösterreichischen Arbeitsmarktes lässt dramatisch nach. Die wirtschaftliche Lage unseres Bundeslandes ist angespannt, die Aufträge sinken – genau deshalb haben wir beim Budgetlandtag konkrete Investitionsmaßnahmen vorgeschlagen“, kritisiert SPÖ-Arbeitsmarktsprecher Schaller. Besonders der massive Rückgang bei den Lehrstellen muss ein Warnsignal sein: „Weniger Lehrstellen sind ein Zeichen dafür, dass die Unternehmen weniger Vertrauen in die Zukunft haben. Genau jetzt müsste die Landespolitik mit gezielten Investitionen gegensteuern, um Arbeitsplätze zu sichern.“
Lehrlinge ohne Perspektive: Ausbildungsplätze brechen ein
Jugendliche, die jetzt rund um den Jahreswechsel auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz für das kommende Ausbildungsjahr sind, haben es außerordentlich schwer. Die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellen ist um 466 auf nur noch 1.152 eingebrochen – ein Minus von 28,8 Prozent, also fast ein Drittel weniger als im Vorjahr. Auch bei den nicht sofort verfügbaren Lehrstellen gab es einen Rückgang von 204 Stellen (-6,2 Prozent). Insgesamt stehen jungen Menschen damit nur noch 4.229 Lehrstellen zur Verfügung. Während Jugendliche und ihre Familien gerade jetzt konkret nach Ausbildungsplätzen suchen, schrumpft das Angebot massiv.
Konkret im Gesundheits- und Sozialbereich sind 464 Stellen weniger gemeldet (-31,4 Prozent), im Handel fehlen 573 Stellen (-21,4 Prozent), in der Beherbergung und Gastronomie gingen 253 Stellen verloren (-22,0 Prozent). Gleichzeitig steigt gerade in diesen Branchen die Arbeitslosigkeit, vor allem bei Frauen. „Diese Zahlen zeichnen das Bild eines Arbeitsmarktes, der sich deutlich abkühlt und immer weniger Chancen bietet – besonders für junge Menschen am Beginn ihres Berufslebens und für Menschen in Dienstleistungsberufen“, so Schaller abschließend.