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Maßnahmenplan zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

Die Oö. Landesregierung wird aufgefordert, einen sektorübergreifenden Maßnahmen-plan zur nachhaltig abgesicherten Betreuung und Pflege älterer bzw. beeinträchtigter Menschen zu entwickeln, um die Vereinbarkeit von familiärer Pflege und Betreuung sowie Erwerbstätigkeit zu ermöglichen.

Dieser Plan soll konkrete Ziele und Handlungsschritte in den einzelnen Themenbereichen, heruntergebrochen auf die jeweiligen Regionen Oberösterreichs, beinhalten.

Begründung

In Oberösterreich wird ein Großteil der Pflege älterer oder behinderter Menschen im familiären Umfeld erbracht. Insbesondere Töchter, Schwiegertöchter sowie andere nahe Angehörige übernehmen diese Aufgaben. Dies führt nachweislich zu erheblichen Einschränkungen der Erwerbstätigkeit.

Laut einer aktuellen Studie von Eco Austria (2025) reduzieren Erwerbstätige, deren Eltern pflegebedürftig werden, häufiger ihre Arbeitszeit, wechseln in Teilzeit, nehmen Altersteilzeit in Anspruch oder ziehen sich früher aus dem Erwerbsleben zurück. Frauen sind dabei deutlich stärker betroffen als Männer. Die Wahrscheinlichkeit, nach dem Ende des Pflegebedarfs wieder in das ursprüngliche Beschäftigungsausmaß zurückzukehren, ist sehr gering. Die Studie errechnet 20.700 Personen bzw. 9.200 Vollzeitäquivalente, die dem österreichischen Arbeitsmarkt durch Reduktion von Arbeitszeit, Altersteilzeit oder Rückzug aus dem Erwerbsleben infolge familiärem Pflegebedarf verloren gehen.

Dies verschärft die ohnehin angespannte Lage am Arbeitsmarkt, wo die Wirtschaft dringend auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen ist. Gleichzeitig haben betroffene Pflegende Angehörige Nachteile nicht nur beim laufenden Einkommen sondern vor allem auch in der Pension, da geringere Beitragszeiten und Einzahlungen in die PVA niedrigere Pensionsansprüche zur Folge haben.

Um die Vereinbarkeit von familiärer Pflege und Erwerbstätigkeit zu verbessern braucht es unter anderem den Ausbau professioneller Pflege- und Entlastungsdienste, gezielte Entlastung pflegender Angehöriger, arbeitsmarktpolitische Begleitmaßnahmen, Information und Bewusstseinsbildung, das Heben bzw. Nutzen der Ressourcen im Sozialraum und die bessere Absicherung pflegender Angehöriger im Pensionssystem.

Mit einem abgestimmten, sektorübergreifenden Maßnahmenplan kann gewährleistet werden, dass pflegende Angehörige nicht aus dem Erwerbsleben gedrängt werden, sondern Arbeit, Pflege und Betreuung besser miteinander vereinbaren können. Damit wird ein Beitrag zur Fachkräftesicherung, zur besseren Absicherung pflegender Angehöriger und zur Sicherstellung einer hochwertigen Pflege in Oberösterreich geleistet.

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