Arbeitsmarkt in Oberösterreich: Chancen auf Vollzeit fehlen
Wer Teilzeit kritisiert, muss Vollzeit ermöglichen!
SPÖ-Klubchefin Sabine Engleitner-Neu
Wer in Oberösterreich eine stabile Vollzeitstelle sucht, braucht derzeit vor allem eines: Geduld. Die aktuellen Arbeitsmarktdaten sprechen eine klare Sprache. Die Zahl der offenen Stellen ist dramatisch zurückgegangen. Österreichweit meldeten die Unternehmen im 2. Quartal 2025 einen Rückgang von 4,0 % gegenüber dem Vorquartal und sogar ein Minus von 15,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Das ist auch in Oberösterreich spürbar, wie der Arbeitsmarktservice OÖ (AMS OÖ) heute bekannt gibt, und macht deutlich, dass Jobsuchende mit einem Minus von 9,4 % bei den offenen Stellen zunehmend auf verschlossene Türen stoßen.
Die Debatte über angeblich „fehlende Arbeitsbereitschaft“ verkennt die Realität am regionalen Arbeitsmarkt. In der Praxis ist Teilzeit für viele die einzige Option, weil es an passenden Angeboten fehlt, sei es in der Pflege, im Handel, im Bildungsbereich oder im Dienstleistungssektor. „Wer Teilzeit beklagt, sollte zuerst die fehlenden Vollzeitangebote hinterfragen“, meint SPÖ-Klubvorsitzende Sabine Engleitner-Neu. „Nur mit realen Perspektiven können Menschen ihr Arbeitsleben selbstbestimmt gestalten. Dafür braucht es strukturelle Maßnahmen. Nicht umsonst ist gerade in Oberösterreich fortwährend eine hohe Teilzeitquote zu verzeichnen. Es braucht gezielte öffentliche Investitionen, etwa in Kinderbetreuungseinrichtungen.“
Ein genauer Blick in die Statistik zeigt vor allem eines: fehlende Chancen
Hinter den derzeit 36.686 arbeitslosen Personen in Oberösterreich stehen tiefgehende strukturelle Probleme. Das sind 3.155 Arbeitslose mehr als im Vorjahresmonat – ein Anstieg, der verdeutlicht, dass sich vor allem für bestimmte Gruppen die Chancen auf Beschäftigung zunehmend verschlechtern. Besonders deutlich wird das beim Blick auf die Langzeitbeschäftigungslosigkeit, die im Vergleich zum Vorjahr um 29,6 % gestiegen ist. Diese Entwicklung zeigt, dass es nicht an Arbeitswillen mangelt, sondern an echten Möglichkeiten zur Rückkehr in den Arbeitsmarkt. Viele Menschen, insbesondere ältere Arbeitnehmer:innen, finden trotz intensiver Bemühungen keinen Zugang zu stabiler Beschäftigung. In den jüngeren Altersgruppen fällt dieser Anstieg derzeit wesentlich geringer aus.
„Wer mehr Menschen in Vollzeit bringen will, muss für ein entsprechendes Angebot sorgen. Es braucht regionale Beschäftigungsimpulse, die tragfähige Jobs schaffen“, so SPÖ-Klubvorsitzende Sabine Engleitner-Neu abschließend.