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Oberösterreich durch Waffenrückgabe sicherer machen

Der Oö. Landtag möge beschließen:

Die Oö. Landesregierung wird aufgefordert, vor dem Hintergrund der in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Anzahl an registrierten Schusswaffen sowie ausgestellten Waffenbesitzkarten ein Anreizmodell zur freiwilligen Rückgabe von Schusswaffen zu entwickeln. Ziel dieses Modells soll es sein, die Anzahl privater Schusswaffen im Umlauf zu reduzieren und dadurch einen Beitrag zur Erhöhung der allgemeinen Sicherheit in Oberösterreich zu leisten.

Begründung

Die Zahl der in Österreich registrierten Schusswaffen ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Während im Jahr 2014 noch rund 838.000 Schusswaffen im Zentralen Waffenregister erfasst waren, waren es mit Stichtag 1. April 2025 bereits rund 1,5 Millionen – ein Zuwachs von fast 80 Prozent innerhalb eines Jahrzehnts. Auch die Zahl der legalen Waffenbesitzer ist im gleichen Zeitraum von etwa 240.000 auf rund 370.000 Personen gestiegen. In Oberösterreich besitzen aktuell knapp 66.000 Menschen über 268.000 Waffen. Nur in Niederösterreich gibt es mehr registrierte Waffen und Waffenbesitzer:innen. Die Hintergründe für den Anstieg sind vielfältig: Krisen, wie die Corona-Pandemie, führten zu einer erhöhten Nachfrage. Auch vererbte Waffen – etwa aus den beiden Weltkriegen – werden zunehmend registriert.

Diese Entwicklungen werfen wichtige gesellschaftspolitische Fragen auf. Studien und internationale Vergleiche zeigen: Mehr Waffen im Umlauf bedeuten nicht automatisch mehr Sicherheit – im Gegenteil. Der private Schusswaffenbesitz erhöht das Risiko von Tötungsdelikten im häuslichen Umfeld. Frauen sind besonders gefährdet: In Haushalten mit Zugang zu Schusswaffen steigt die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden.

Auch ein Blick ins Ausland bestätigt die Relevanz dieses Themas: In Serbien hatte die Regierung nach zwei tragischen Amokläufen im Jahr 2023 eine breit angelegte Rückgabeaktion gestartet, bei der eine straffreie Abgabe von illegalen Waffen ermöglicht wurde. Binnen weniger Wochen wurden über 100.000 illegale Waffen abgegeben. In New York und Los Angeles wurden Rückgabeaktionen organisiert, bei denen Waffen etwa gegen Einkaufsgutscheine getauscht werden konnten.

Oberösterreich könnte mit einem Anreizmodell zur freiwilligen Rückgabe von Waffen im Privatbesitz – etwa in Form von finanziellen Belohnungen oder anderen materiellen Vorteilen – einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit in unserem Bundesland setzen. Ziel ist nicht die Kriminalisierung von Waffenbesitzer:innen, sondern die Reduktion unnötiger oder veralteter Waffenbestände im privaten Bereich und eine gesellschaftliche Bewusstseinsbildung über die Risiken, die mit dem Besitz und der Lagerung von Schusswaffen verbunden sind.

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